Ich sehe das Leben, den „echten Moment“ als Kunst und meine Kunstwerke als Dokumentation dieser Momente. Mein Leben, der Alltag ist so gesehen die Performance, meine Kunstwerke ihr Relikt. Jedes Gefühl, jeder Gedanke und jede Frage, ob relevant oder irrelevant, ist für mich von Bedeutung. Ich sammle und bewahre sie auf. Alles ist gleichermaßen wichtig.

 

Grundlage meiner Arbeit sind meistens meine Texte, das jeweilige Medium passt sich dem Inhalt an. Es gibt handgeschriebene Botschaften, Schreibmaschinentexte,

festgehaltene Ausrisse aus meinem Tagebuch, Videos, wie auch Malerei, Installationen und Performances.

 

So führe ich in der Arbeit mehrere Untersuchungen zu den unterschiedlichsten Formen der Liebe durch: Die unerwiderten, unglücklichen oder misslungenen Beziehungen, wie auch große und kleine Schwärmereien. Dafür stelle ich mich selbst in den Mittelpunkt der

Betrachtung, sozusagen als Stellvertreterin. Ohne Rücksicht auf eventuelle Peinlichkeiten lasse ich die Betrachter*innen an meinen intimsten Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen teilhaben. Die Betrachter*innen können sich an ihre privaten Liebesgeschichten und Dramen erinnern und sich mit mir identifizieren. 

 

Roland Barthes schreibt in Fragmente einer Sprache der Liebe, dass der Diskurs von Liebe heute von extremer Einsamkeit sei. Dieser Diskurs werde wahrscheinlich von Tausenden geführt, aber von niemanden verteidigt. Ich nehme mich in meiner künstlerischen Arbeit dieser Aufgabe an.