14.5.2020 

Ich spüre, dass ich wachse. 


Ich erinnere mich an einen Jungen aus der Schule, der sehr groß war. Es ging das Gerücht umher, dass er in der Vergangenheit einen Wachstumsschub hatte und über Nacht zehn Zentimeter gewachsen sei. Er soll dabei große Schmerzen gehabt haben. Mich hat diese Geschichte bis heute nicht losgelassen. 

Ich fühle mich wie dieser Junge. 
Ich wachse und wachse und manchmal tut es weh. 

 

11.5.2020 

Ich vergesse immer wieder, wie krank du bist. 

Wie konnte ich nur glauben, dass ich dich heilen kann? 

Ich vergesse immer wieder, wie krank ich war.

 

9.5.2020 

Ich fühle mich einsam. Einsam ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich habe das Bedürfnis, dass sich jemand um mich kümmert. Ich fühle mich bedürftig. Es ist anstrengend sich selber Liebe zu geben, sich selber zu lieben.


Wie soll man sich denn selbst umarmen? Als Kind habe ich mich manchmal in eine Ecke gestellt, mich selber umarmt und so getan, als würden ich mit jemanden knutschen. Wenn ich das jetzt mache, komme ich mir blöd vor. 


Ich frage mich, ob ich weiß was Liebe ist. Ich wollte Sicherheit. Blieb aber in einer Beziehung, die lebensgefährlich war. Die Angst vor Einsamkeit war größer, als die Angst zu sterben. 

Das war Wahnsinn. 

7.5.2020 

Es fällt mir schwer loszulassen. Wie soll ich ihm verzeihen, wenn ich mir selbst nicht verzeihen kann? 

 

23.04.2020 

Seit ein paar Tagen nehme ich nachts eine Wärmflasche mit zum Schlafen. In Kombination mit einem Seitenschläferkissen fühlt es sich fast wie ein Mensch an. Wenn ich nachts aufwache, drücke ich die Wärmflasche ganz fest an mich und schlafe wieder ein. Ich bin erstaunt darüber, wie lange eine Wärmflasche warm bleibt. 

 

11.04.2020 

Es tut weh. Es tut weh, dass mein Traum geplatzt ist. Ich dachte, ich wäre verliebt gewesen. Wenn man denkt man sei verliebt, dann ist man es doch. Oder? Ich war glücklich, dass du endlich in meinem Leben warst. Ich dachte, du wärst der Letzte. Aber ich dachte es nur. Die Wahrheit war eine andere. 


Ich will dich nicht mehr sehen. Jedes Mal, wenn ich dich sehe, schmerzt es. Denn jedes Mal werde ich daran erinnert, wie sehr du mich verletzt hast. Jedes Mal werde ich daran erinnert, dass du mich nicht respektierst hast. Und jedes Mal werde ich daran erinnert, dass ich mich selbst nicht respektiert habe. 


Es tut weh. Deine Welt dreht sich weiter. 


Was will ich überhaupt? Dich will ich nicht mehr. Ich versinke im Selbstmitleid, der Nicht-Bekommen-was-man-will-Abteilung. Es tut weh an dich zu denken. Es tut weh. Immer noch. Es kommt in Wellen. Manchmal bist du mir egal. Manchmal bekomme ich keine Luft.


Ich habe Angst. Ich habe Angst wieder verletzt zu werden. Ich habe Angst mich zu verlieren. Ich habe Angst vor neuen platzenden Träumen. Sehnsucht ist nicht schön. Ich wünschte, ich würde nur vermissen. Ich traue mir selbst nicht mehr. Ich bin wackelig. Innerhalb von Sekunden könnte ich alles ändern. 


Aber ich denke nicht mehr, dass ich in dich verliebt bin. Also bin ich es nicht. 

 

17.02.2019 

Ich lag im Bett und schlief. Gegen circa 8 Uhr weckte er mich. Er hielt mir mein Handy vor mein Gesicht und schrie: 

 „Warum hast du mich angelogen? Wieso hast du das getan?“ 

Er hatte ein Foto auf meinem Handy gefunden, das beweisen sollte, ich hätte ihn angelogen. Ich versuchte ihn von der Wahrheit zu überzeugen. Dass ich nicht gelogen hatte. Dass es ein Missverständnis war. Irgendwann fielen mir keine Rechtfertigungen mehr ein. Dann kam der erste Schlag ins Gesicht. Er schlug mit der flachen Hand an meine linke Wange. 

 „Rechtfertige dich jetzt, sag die Wahrheit!“ 

Er drohte mir mit der Faust und drohte mir immer wieder er würde mir die Nase brechen. Ich schütze meinen Kopf unter einem Kissen. Er schlug wieder zu. Auf den Rücken, gegen die Rippen und in den Bauch. Er beschimpfte und erniedrigte mich. Dann schlug er auf meinen Laptop. Der Bildschirm zerbrach. Er schmiss sein Handy gegen die Wand. Ich floh von meinem Hochbett ins Badezimmer und rief eine Freundin an. Danach ging ich wieder in mein Zimmer. 

Ich wollte nicht, dass er ging. Ich stieg wieder hoch ins Bett und weinte: 

 „Bitte verlass mich nicht!“ 

Ich flehte er solle mich nicht verlassen. Doch bat ich ihn zu gehen, meine Freundin wäre bald hier. Er bettelte darum noch eine Nacht bleiben zu dürfen. Ich sagte meiner Freundin, sie müsse nicht mehr kommen. Er wollte mit mir schlafen. Ich sagte nein. Es kam kurz zum Geschlechtsverkehr, ich brach ab. Er begann wieder mich zu beleidigen, dann schwor er mir wieder seine Liebe. Irgendwann schliefen wir ein. Er wachte auf und verließ das Hochbett. Er nahm die Leiter weg, sodass ich nicht hinunter konnte. Ich wollte runterspringen, um ihn vom Gehen abzuhalten. Er stellte die Leiter zurück. Wieder beleidigte er mich. Ich hielt ihn fest. Ich versuchte die Tür abzuschließen, damit er nicht gehen konnte. Wir setzten uns aufs Sofa. Er hielt mir ein Feuerzeug an die Haare und drohte sie anzuzünden. Der Streit ging weiter. Ich hielt ihn fest und wollte ihn nicht gehen lassen. Er zündete meine Haare an. Es roch verbrannt. Er drohte mir so lange mit dem Feuerzeug bis ich ihn gehen ließ. Die Tür fiel zu.